Mit dem Padelschläger fliegen: Kabine, Frachtraum und was die Regeln wirklich sagen
Dein Schläger ist kürzer, als du denkst, und empfindlicher, als du hoffst. So bringst du ihn heil auf den Court, ohne doppelt zu zahlen.
Überblick
Die meiste Sorge ums Fliegen mit Padelausrüstung kommt vom Tennis. Ein Tennisschläger ist 68 bis 70 Zentimeter lang und in der Kabine wirklich sperrig. Ein Padelschläger misst höchstens 45,5 Zentimeter, die laut Regelwerk maximal erlaubte Länge, und passt damit in nahezu jede handelsübliche Kabinentasche. Diese eine Tatsache löst die meisten Probleme, noch bevor du am Flughafen bist.
Kabine oder Frachtraum?
Nimm ihn, wann immer es geht, mit in die Kabine. Aufgegebenes Gepäck wird geworfen, gestapelt und gequetscht, und eine Carbonfläche, die einen harten Smash übersteht, kann trotzdem unter der Kante eines Koffers reißen. Schläger stehen bei keiner der großen Sicherheitsregelungen, die wir kennen, auf der Verbotsliste, denn ein Padelschläger gilt als Sportgerät und nicht als Schlagwaffe, auch wenn das letzte Wort bei der jeweiligen Sicherheitskraft liegt. In fünfzehn Jahren Reisen mit Schlägern wurden wir zweimal befragt und kein einziges Mal aufgehalten.
Die Falle liegt weniger an der Sicherheitskontrolle als bei den Größenvorgaben. Viele Billigairlines erlauben dir inzwischen ein kostenloses „persönliches Gepäckstück“ von etwa 40 x 30 x 20 Zentimetern und verlangen für alles Größere Geld. Ein Schläger passt in diese Box schlicht nicht. Reist du nur mit Handgepäck, buchst du besser die größere Kabinenfreigrenze (meist rund 55 x 40 x 20 Zentimeter) und schiebst den Schläger flach an die Rückwand. Prüfe die genauen Maße am Tag des Ticketkaufs auf der Buchungsseite, denn sie ändern sich öfter, als Airlines zugeben.
Reist du mit zwei oder drei Schlägern, zählt eine spezielle Schlägertasche fast immer als dein Kabinengepäck und nicht als zusätzliches Stück. Pack die Kleidung um die Schläger herum, und schon hast du ein ganz respektables Wochengepäck.
Wenn er aufgegeben werden muss
Manchmal bleibt keine Wahl: ein voller Flug, ein Mitarbeiter am Gate mit Maßband, eine Schlägertasche, die tatsächlich zu groß ist. Dann gib dem Schläger die bestmöglichen Chancen.
- Nutze das Thermofach als Knautschzone. Die silberbeschichtete Tasche in den meisten Schlägertaschen soll eigentlich Hitze abhalten, legt aber auch eine zusätzliche Schicht zwischen Schlägerfläche und Außenwelt. - Polstere den Rahmen, nicht die Fläche. Ein eingerolltes Handtuch am oberen Rahmen fängt Stöße besser ab als ein Pullover, den du über die Fläche legst. - Nimm das Overgrip ab, wenn es neu ist. Der Druck im Frachtraum schadet ihm nicht, aber ein plattgedrücktes, verschwitztes Griffband nach einem heißen Transfer macht keinen Spaß. - Fotografiere alles. Ein kurzes Bild von jedem Schläger vor dem Check-in macht einen Schadensanspruch deutlich einfacher.
Manche Airlines behandeln Schlägertaschen als Sportgepäck mit Pauschalgebühr, andere zählen sie einfach als normales aufgegebenes Gepäckstück nach Gewicht. Eine Padeltasche mit drei Schlägern wiegt selten mehr als acht Kilo, deshalb ist die normale Freigrenze oft günstiger als der Sporttarif. Rechne nach, bevor du das Häkchen setzt.
Bälle, Griffbänder und das Kleingedruckte
Bei den Bällen stolpern die meisten. Druckdosen sind bei jeder Airline, mit der wir geflogen sind, in Kabine und Frachtraum erlaubt, aber der Druckunterschied in der Höhe kann den Deckel einer versiegelten Dose aufspringen lassen. Das ist harmlos, nur unschön. Kauf Bälle, wenn möglich, am Zielort: In Spanien und Portugal sind sie günstiger als fast überall in Nordeuropa, und der Druck passt zur Luft vor Ort.
Ersatz-Overgrips, Schweißbänder und Dämpfer sind kein Problem. Flüssige Griffverstärker und Anti-Rutsch-Sprays unterliegen im Handgepäck der üblichen 100-Milliliter-Regel.
Die Checkliste für Gelassene
1. Miss deine Kabinentasche mit dem Schläger darin, bevor du von zu Hause losgehst. 2. Buche die größere Kabinenfreigrenze, wenn du nur mit Handgepäck reist. 3. Trag Schläger in der Kabine, mit der Fläche nach innen und nie ganz oben in der Tasche. 4. Bei Aufgabe: Rahmen polstern und die Ausrüstung fotografieren. 5. Bälle erst bei der Ankunft kaufen.
Wenn du das beherzigst, denkst du im Sinkflug auf Faro oder Málaga nur noch daran, gegen wen du um sechs Uhr spielst.